MAINZ, Deutschland und PRINCETON, USA, 30. Mai 2026 – BioNTech SE (Nasdaq: BNTX, „BioNTech“) und Bristol Myers Squibb Company (NYSE: BMY, „BMS“) gaben heute Zwischenergebnisse aus der globalen Phase-2/3-Studie ROSETTA-Lung-02 (NCT06712316) bekannt. In der Studie wird der PD-L1xVEGF-A-Immunmodulator-Kandidat Pumitamig (auch bekannt als BNT327 oder BMS-986545) in Kombination mit Chemotherapie bei zuvor unbehandelten Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (non-small cell lung cancer, „NSCLC“) untersucht.
Die Daten zeigten ermutigende Anti-Tumor-Aktivität mit hohen Ansprechraten über alle PD-L1-Expressionslevel hinweg (Tumor Proportion Score, TPS < 1 %, TPS 1–49 % und TPS ≥ 50 %) sowohl bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit Plattenepithel- als auch Nicht-Plattenepithel-Histologie. Die Daten werden heute im Rahmen einer Rapid Oral Präsentation (Abstract #8513) auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology („ASCO“) in Chicago, Illinois, vorgestellt.
„Trotz bedeutender Fortschritte der immunonkologischen Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs kommt es bei den meisten fortgeschrittenen Erkrankungen während oder nach einer Behandlungsphase mit einem PD-(L)1-Checkpoint-Inhibitor zu einem Rückfall.1 Dies deutet darauf hin, dass die Ausrichtung auf diesen immunologischen Signalweg allein nicht ausreicht, um dauerhafte Ansprechraten zu erzielen“, sagte Dr. Dr. Solange Peters, leitende Prüfärztin und Direktorin der Onkologie am Universitätsspital Lausanne, Schweiz. „Die Wirksamkeitssignale dieses bispezifischen Ansatzes, der robuste Ansprechraten über Subtypen und PD-L1-Expressionslevel hinweg erzielte, sind ermutigend. Sie unterstützen die weitere Untersuchung von Pumitamig sowie dessen Potenzial, die Behandlungsergebnisse für eine breite Patientengruppe mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zu verbessern.“
Im Phase-2-Teil der ROSETTA Lung-02-Studie wurde Pumitamig in zwei Dosierungsstufen in Kombination mit Chemotherapie untersucht. Bei der Zwischenanalyse zum Stichtag („data cut-off“) am 13. April 2026 konnten die Ansprechraten von 40 Patientinnen und Patienten ausgewertet werden, die eine mediane Nachbeobachtungszeit von 9,0 Monaten hatten. Bei diesen Patientinnen und Patienten zeigte Pumitamig in Kombination mit Chemotherapie eine bestätigte objektive Ansprechrate (confirmed objective response rate, „cORR“) von 57,1 % bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit Nicht-Plattenepithel-Histologie und von 68,4 % bei Plattenepithel-Histologie sowie eine Krankheitskontrollrate (disease control rate, „DCR“) von 100 %. Eine ermutigende Anti-Tumor-Aktivität wurde bei beiden Dosierungsstufen beobachtet, wobei die niedrigere Dosierung eine bestätigte objektive Ansprechrate von 63,6 % für nicht-plattenepithelialen und 72,7 % für plattenepithelialen nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zeigte. Die Ansprechraten waren über alle PD-L1-Expressionslevel hinweg hoch (bestätigte objektive Ansprechrate: 47,6 % TPS ˂ 1 %; 77,8 % TPS 1 – 49 %; 100 % TPS ≥ 50 %).
Pumitamig zeigte in Kombination mit Chemotherapie ein kontrollierbares Sicherheitsprofil mit einer niedrigen Abbruchrate der Behandlung. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (treatment-related adverse events, „TRAEs“) mit Grad ≥3 wurden bei 48,8 % der Patientinnen und Patienten gemeldet und in 23,3 % der Fälle Pumitamig zugeschrieben. Dies führte bei vier Patientinnen und Patienten (9,3 %) zum Abbruch der Behandlung. Immunbedingte unerwünschte Ereignisse (immune-related adverse events, „irAE“) wurden bei 16 Patientinnen und Patienten (37,2 %) beobachtet, darunter zwei Fälle mit Grad ≥3 (4,7 %). Blutungsereignisse wurden bei neun Patientinnen und Patienten (20,9 %) gemeldet, wobei nur ein Fall den Grad 3 aufwies.
„Die von uns heute vorgestellten Daten untermauern das Potenzial von Pumitamig, Anti-Tumor-Antworten bei fortgeschrittenem Lungenkrebs, einer der herausforderndsten onkologischen Indikationen, zu verstärken, indem PD-L1 und VEGF-A synergistisch in einem einzigen Molekül adressiert werden“, sagte Prof. Dr. Özlem Türeci, Mitgründerin und Chief Medical Officer von BioNTech. „Pumitamig hat in drei globalen Phase-2-Studien über alle PD-L1-Expressionslevel hinweg eine konsistente Wirksamkeit gezeigt. Gemeinsam mit unserem Partner Bristol Myers Squibb werden wir die Entwicklung in den laufenden zulassungsrelevanten Studien sowie in innovativen Behandlungskombinationen weiter vorantreiben. Unser Ziel ist es, bessere Behandlungsergebnisse für mehr Patientinnen und Patienten zu erzielen.“
„Wir setzen uns dafür ein, die Wissenschaft im Bereich Lungenkrebs mit Pumitamig voranzutreiben und den Behandlungsstandard für Menschen mit dieser schweren Erkrankung zu verbessern“, sagte Anne Kerber, Senior Vice President und Leiterin der Abteilung Entwicklung für den Bereich Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie bei Bristol Myers Squibb. „Mit einem der umfangreichsten Zulassungsprogramme in dieser Wirkstoffklasse fokussieren wir uns gemeinsam mit BioNTech darauf, die Entwicklung von Pumitamig zu beschleunigen, um Patientinnen und Patienten einen spürbaren Nutzen zu bieten, einschließlich jener, die von den derzeit verfügbaren Therapieoptionen nicht ausreichend profitieren.“
BioNTech und BMS treiben ein umfassendes Entwicklungsprogramm für Pumitamig bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in unterschiedlichen Krankheitsstadien und Subgruppen voran. Neben der laufenden globalen ROSETTA Lung-02-Studie, für die derzeit Patientinnen und Patienten für den Phase-3-Teil rekrutiert werden, werden zwei weitere globale klinische Phase-3-Studien bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs durchgeführt. Hierzu zählen ROSETTA Lung-201 (NCT07361497), in der Pumitamig im Vergleich zu Durvalumab nach begleitender Radiochemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im Stadium III untersucht wird, sowie ROSETTA Lung-202 (NCT07361510), in der Pumitamig im Vergleich zu Pembrolizumab als Erstlinienbehandlung bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit PD-L1-Expressionsleveln von mindestens 50 % untersucht wird. Darüber hinaus wird Pumitamig in Kombination mit weiteren innovativen Kandidaten für die Behandlung von nicht-kleinzelligen Lungenkrebs untersucht, unter anderem in Kombination mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (antibody-drug conjugates, „ADCs“) und anderen Modalitäten.