MAINZ, Deutschland, und ROCKVILLE, USA, 14. September 2026 – BioNTech SE (Nasdaq: BNTX, „BioNTech“) und OncoC4, Inc. („OncoC4“) gaben heute die ersten Daten zum medianen Gesamtüberleben (overall survival, „OS“) aus dem nicht-zulassungsrelevanten ersten Teil (stage 1) der globalen, randomisierten, klinischen Phase-3-Studie PRESERVE-003 (NCT05671510) mit Gotistobart (auch bekannt als BNT316 oder ONC-392) bekannt. Die Studie untersucht Gotistobart bei Patientinnen und Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom der Lunge (squamous non-small cell lung cancer, „squamous NSCLC“), deren Erkrankung nach einer vorangegangenen Immuntherapie und Chemotherapie fortgeschritten war. Gotistobart ist ein gegen den Immun-Checkpoint CTLA-4 gerichteter Immuntherapie-Kandidat, der regulatorische T-Zellen („Tregs“) gezielt in der Tumormikroumgebung reduzieren und dadurch die Anti-Tumor-Immunantwort wieder aktivieren soll.
Die Daten zeigten, dass eine Behandlung mit Gotistobart zu einer statistisch signifikaten und klinisch bedeutsamen Verbesserungen beim Gesamtüberleben führte. Im Vergleich zur Standardchemotherapie wurde das Gesamtüberleben in dieser Patientenpopulation nahezu verdoppelt. Die Daten wurden auf der World Conference on Lung Cancer („WCLC“) 2026 der International Association for the Study of Lung Cancer („IASLC“) präsentiert.
„Patientinnen und Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom der Lunge haben nach einem Fortschreiten der Erkrankung unter Immuntherapie weiterhin nur sehr begrenzte Behandlungsoptionen. Mit den derzeit etablierten Therapien liegt das erwartete Überleben bei weniger als einem Jahr. Trotz zahlreicher Entwicklungsaktivitäten ist die Chemotherapie in diesem Bereich seit mehr als einem Jahrzehnt der Behandlungsstandard“, sagte Rama Balaraman, M.D., Principal Investigator und Medical Oncologist am Ocala Oncology Center, Florida, Vereinigte Staaten. „Der in der klinischen PRESERVE-003-Studie mit Gotistobart als chemotherapiefreiem Behandlungsansatz erzielte Überlebensvorteil ist sehr ermutigend. Sollte sich dieser im zulassungsrelevanten Teil der Phase-3-Studie bestätigen, könnten diese Ergebnisse die Standardbehandlung in einer Indikation revolutionieren, in der neue Behandlungsoptionen dringend benötigt werden.“
Zum Stichtag („data cut-off“) am 17. Juli 2026 betrug die mediane Nachbeobachtungszeit 25,4 Monate. Insgesamt 87 Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Plattenepithelkarzinom der Lunge wurden in der Zweitlinien- oder Spätlinientherapie randomisiert. Sie erhielten entweder eine Gotistobart-Monotherapie von 6mg/kg mit zwei Initialdosen von 10 mg/kg (N=45) oder die Standard-Chemotherapie (Docetaxel) mit 75 mg/m2 (N=42). Das mediane Gesamtüberleben betrug bei den mit Gotistobart behandelten Patientinnen und Patienten 18,5 Monate, verglichen mit 10,0 Monaten unter Docetaxel (HR: 0,56; nomineller p-Wert=0,0295). Das Sicherheitsprofil von Gotistobart entsprach den zuvor berichteten Daten und blieb kontrollierbar. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (treatment-related adverse events, „AEs“) des Grades ≥3 wurden bei 20/45 (44,4 %) der Patientinnen und Patienten in der Gotistobart-Behandlungsgruppe gegenüber 20/42 (48,8 %) der Patientinnen und Patienten in der Docetaxel-Behandlungsgruppe beobachtet.
„Diese Daten unterstreichen das Potenzial von Gotistobart, neue Maßstäbe bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schwer zu behandelndem Plattenepithelkarzinom der Lunge zu setzen, deren Erkrankung nach einer initialen Therapie fortgeschritten ist und für die nur begrenzte Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen“, sagte Prof. Özlem Türeci, M.D., Mitgründerin und Chief Medical Officer von BioNTech. „In der Zweitlinie und in späteren Therapielinien kommt es bei neuen Therapieoptionen insbesondere darauf an, eine unterdrückte oder erschöpfte Anti-Tumor-Immunantwort zu reaktivieren und erworbene Resistenzen zu überwinden. Unsere Daten unterstreichen den einzigartigen Wirkmechanismus von Gotistobart und unser Bestreben, unser tiefes Verständnis des Immunsystems in einen bedeutsamen Überlebensvorteil für Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs zu übersetzen – insbesondere dort, wo weiterhin ein hoher ungedeckter medizinischer Bedarf besteht. Gemeinsam mit unserem Partner OncoC4 werden wir das Potenzial von Gotistobart weiter untersuchen und daran arbeiten, es bestmöglich auszuschöpfen.“
„Die Daten untermauern den differenzierten Wirkmechanismus von Gotistobart als Treg-Modulator, der selektiv in der Tumorumgebung wirkt. Dies bestärkt unsere Zuversicht in das therapeutische Potenzial dieses innovativen, gegen CTLA-4 gerichteten, Ansatzes, die Behandlungsmöglichkeiten in dieser Indikation maßgeblich zu verändern“, sagte Dr. Dr. Pan Zheng, Mitgründerin und Chief Medical Officer von OncoC4. „Die bisher beobachtete klinische Aktivität und das Sicherheitsprofil sind ermutigend. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, Gotistobart für Patientinnen und Patienten mit dieser schwer behandelbaren Erkrankung weiterzuentwickeln.“
Der zulassungsrelevante Teil (stage 2) der klinischen Phase-3-Studie PRESERVE-003 läuft derzeit in über 160 Studienzentren weltweit. Gotistobart zeigte bereits im ersten Teil der klinischen Phase-3-Studie PRESERVE-003 einen klinisch-relevanten Gesamtüberlebensvorteil und eine langanhaltende Anti-Tumor-Aktivität im Vergleich zu Docetaxel bei Patientinnen und Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Lunge, deren Erkrankung nach einer Behandlung mit Anti-PD-(L)1-Inhibitoren fortgeschritten war. Diese Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht und im Rahmen des 2026 European Lung Cancer Congress („ELCC“) und der IASLC ASCO 2025 North America Conference on Lung Cancer („NACLC“) präsentiert.