Was ist Long COVID? Symptome, Häufigkeit und Verlauf

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann nicht nur akute Beschwerden verursachen, sondern auch längerfristige Folgen haben. Long COVID bezeichnet anhaltende oder neu auftretende Beschwerden nach einer Coronavirus-Infektion. Dazu zählen unter anderem Erschöpfung (Fatigue), Atemprobleme und Konzentrationsstörungen, die Wochen oder Monate nach einer akuten Corona-Erkrankung auftreten und den Alltag von Betroffenen beeinträchtigen können.

Auf dieser Seite erfahren Sie, was Long COVID ist, wie häufig es auftritt, welche Beschwerden möglich sind und welche Faktoren das Risiko für Long COVID beeinflussen. Außerdem erfahren Sie, wie Corona-Schutzimpfungen dazu beitragen können, das Risiko für Long COVID zu reduzieren. 

Zusammenfassung:
  • Bestehen nach einer Coronavirus-Infektion langfristig gesundheitliche Beschwerden, spricht man von Long COVID.

  • Long COVID umfasst unterschiedliche körperliche, kognitive und psychische Beschwerden.

  • Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeln etwa 6 % der Menschen nach einer Coronavirus-Infektion Long COVID-Symptome. 

  • Corona-Schutzimpfungen können das Risiko für Long COVID verringern.  

Eine Frau mit Long COVID hält beim Joggen erschöpft inne. Starke Erschöpfung ist eines von vielen Symptomen, die bei Long COVID auftreten können.

Was ist Long COVID?

Wie bei anderen Viruserkrankungen kann es auch nach einer Coronavirus-Infektion zu langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Beschwerden, die nach einer Corona-Erkrankung über die akute Phase hinaus bestehen oder neu auftreten, werden als Long COVID bezeichnet. Sie können über mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten.

Es handelt sich um einen Überbegriff für verschiedene körperliche, kognitive und psychische Beschwerden, die über die akute Corona-Krankheitsphase von vier Wochen hinausgehen. Sie können bereits während der Corona-Erkrankung beginnen und anhalten, später wiederkehren oder erst einige Wochen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus erstmals auftreten.

Langfristige gesundheitliche Beschwerden können auch nach einem milden oder zunächst beschwerdearmen Verlauf einer Corona-Erkrankung auftreten, ein schwerer akuter Verlauf gilt jedoch als wesentlicher Risikofaktor für Long COVID.

Wie Long COVID genau entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Derzeit wird erforscht, welche Ursachen und Mechanismen dabei eine Rolle spielen.

Long COVID kann sich unterschiedlich äußern und verschiedene Bereiche des Körpers betreffen. Folgende Merkmale können auf Long COVID hinweisen:

  • Starke Erschöpfung auch nach geringfügiger Anstrengung oder Kurzatmigkeit 

  • Eingeschränkte Konzentrations- und geistige Leistungsfähigkeit  

  • Beschwerden treten im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung auf  

  • Beschwerden halten länger als vier Wochen an 

  • Beschwerden können schwanken, zeitweise zurückgehen oder wieder auftreten

Long COVID kann sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Bei manchen Betroffenen geht die Erkrankung mit einer starken Einschränkung der Lebensqualität und einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einher.

WAS SIND LONG COVID UND POST COVID    

Unterschied: Long COVID vs. Post COVID

Als Long COVID werden allgemein längerfristige Beschwerden nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus bezeichnet. Abhängig von der Dauer der Beschwerden wird unterschieden zwischen:

  • Long COVID: Beschwerden, die über die akute Corona-Krankheitsphase von vier Wochen hinaus bestehen oder neu auftreten.

  • Post COVID: Beschwerden, die zwölf Wochen nach der Ansteckung mit dem Coronavirus weiterhin bestehen, erneut auftreten oder nicht anderweitig erklärt werden können.

International wird für langfristige Beschwerden nach einer Coronavirus-Infektion auch der Begriff PASC (Post-Acute Sequelae of SARS-CoV-2 Infection) verwendet. Als Oberbegriff umfassen Long COVID bzw. PASC alle Langzeitbeschwerden, die länger als vier Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus vorhanden sind – und somit auch Post COVID.

WAS SIND LONG COVID UND POST COVID    

Hand poked on a row of wooden dominoes, with the words "COVID19" on the first piece and the words "LONG COVID" on subsequent pieces.

Wie häufig ist Long COVID?

Wie viele Menschen von Long COVID betroffen sind, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Die Ergebnisse aus verschiedenen Studien unterscheiden sich – unter anderem aus folgenden Gründen:

  • Die Bedingungen, unter denen die Daten erhoben wurden, sind zum Teil unterschiedlich.  Zum Beispiel unterscheiden sie sich im Zeitraum der Datenerhebung und damit unter Umständen in Bezug auf die verbreitete Virusvariante.

  • Auch die steigende Impfquote beeinflusst die Ergebnisse: Menschen mit einer Corona-Schutzimpfung hatten in der Regel ein geringeres Risiko für Long COVID.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeln etwa 6 % der Menschen nach einer Coronavirus-Infektion Long COVID-Symptome. Die Häufigkeit unterscheidet sich je nach Studienpopulation, Virusvariante, Impfstatus und Definition von Long COVID.

Viele Fragen zu Long COVID sind weiterhin ungeklärt. Derzeit laufende Studien sollen dazu beitragen, Ursachen, Risikofaktoren und den Corona-Krankheitsverlauf besser zu verstehen. Dafür sind insbesondere gut kontrollierte Untersuchungen mit ausreichend langer Nachbeobachtungszeit erforderlich.

Gut zu wissen: Corona-Schutzimpfungen können dazu beitragen, das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe sowie für mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID zu verringern. Studien zeigten, dass Corona-Impfungen das Risiko für Long COVID reduzieren konnten. Zudem deuteten Studien darauf hin, dass eine saisonale Corona-Impfung das Risiko zusätzlich reduzieren konnte. Weitere Informationen finden Sie hier.

SYMPTOME

Symptome bei Long COVID

Mittlerweile sind mehr als 200 verschiedene Beschwerden im Zusammenhang mit Long COVID bekannt. Long COVID ist jedoch kein einheitliches Krankheitsbild: Die unterschiedlichen Symptome können verschiedene Organsysteme betreffen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Beschwerden können einzeln oder gemeinsam auftreten und im Verlauf schwanken. Viele Betroffene berichten von Phasen mit stärkeren und schwächeren Beschwerden sowie von Einschränkungen im Alltag. Dies kann die Einordnung der Beschwerden erschweren.

 

Häufige Symptomkomplexe bei Long COVID

Manche Long COVID-Symptome sind eng miteinander verbunden und werden daher zu sogenannten Symptomkomplexen zusammengefasst. 

Drei häufige Symptomkomplexe sind:

  • Starke Erschöpfung (Fatigue)  
    Eine andauernde Müdigkeit, auch als „Fatigue“ bezeichnet, die sich auch durch Pausen oder ausreichend Schlaf kaum bessert. Oft besteht eine eingeschränkte Belastbarkeit (Belastungsintoleranz), bereits geringe körperliche oder geistige Anstrengung kann überfordern.

  • Atembeschwerden 
    Dazu gehören Kurzatmigkeit, anhaltender Husten oder ein Engegefühl in der Brust. Diese Symptome treten teils in Ruhe, teils bei leichter Belastung, zum Beispiel beim Treppensteigen, auf.

  • Kognitive Beeinträchtigungen (Brain Fog)  
    Viele Betroffene berichten über Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken, komplexe Zusammenhänge gut und schnell zu verstehen, strukturiert zu denken und sich sprachlich auszudrücken oder sich länger zu konzentrieren („Brain Fog“).

     

Weitere Beschwerden bei Long COVID

Neben diesen häufigen Symptomkomplexen kann Long COVID mit vielen weiteren Beschwerden einhergehen. Eine Übersicht finden Sie in der folgenden ausklappbaren Darstellung. Klicken Sie auf die einzelnen Bereiche, um mehr zu erfahren.

Wichtig zu wissen: Die folgenden Beschwerden werden häufig von Menschen mit Long COVID berichtet. Ob sie immer direkt auf Long COVID zurückzuführen sind, lässt sich nicht in jedem Fall eindeutig sagen, da die zugrunde liegenden Prozesse im Körper noch nicht vollständig erforscht und verstanden sind.

  • Long COVID kann zu Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. Personen mit Bluthochdruck oder bestehenden Herzerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für solche Beschwerden.
  • Betroffene berichten unter anderem über:
  • Brustschmerzen 

  • Herzrasen 

  • Herzstolpern (Palpitationen) 

  • Teilweise treten diese Beschwerden gemeinsam mit Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit auf.
  • Warum es im Zusammenhang mit Long COVID zu Herz-Kreislauf-Beschwerden kommen kann, ist bislang nicht abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschung. Es werden verschiedene mögliche Mechanismen diskutiert, darunter bestimmte immunologische Vorgänge im Anschluss an die Coronavirus-Infektion sowie mögliche Auswirkungen auf Blutgefäße und die Blutgerinnung.

Typische Long COVID-Beschwerden können auch das Nervensystem sowie geistige Fähigkeiten betreffen. Die Ausprägung dieser Symptome kann individuell unterschiedlich sein und im Verlauf schwanken.

Betroffene berichten unter anderem über:

  • Andauernde Müdigkeit (Fatigue)

  • Sprachfindungsstörungen 

  • Schwindel

  • Tinnitus (Ohrgeräusche: Pfeifen, Summen, Rauschen)

  • Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheit oder Brennen

  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Geräuschen 

  • Gehörveränderungen 

  • Geruchs- und Geschmacksveränderungen bzw. -störungen (z. B. Geschmacksverlust)

Im Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Coronavirus-Infektion werden verschiedene mögliche Veränderungen im Nervensystem diskutiert, die als Erklärungsansätze für neurologische Beschwerden gelten. Dazu zählen unter anderem Hinweise auf anhaltende Entzündungsprozesse sowie Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn mit einer erhöhten Neigung zur Blutgerinnseln.

Es gibt Hinweise darauf, dass im Zusammenhang mit Long COVID psychische Beschwerden häufiger auftreten können. Dazu zählen insbesondere:

  • Depressive Verstimmungen

  • Angst- oder Gemütsstörungen

  • Schlafstörungen (Ein-, Durchschlaf- und Konzentrationsstörungen) 

Die genauen Ursachen und Zusammenhänge sind bislang nicht abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschung. Es gibt Hinweise darauf, dass verschiedene Faktoren zusammenwirken, darunter mögliche Auswirkungen des Coronavirus auf das Gehirn, wie anhaltende Entzündungen und Durchblutungsstörungen, sowie die psychische Belastung durch die chronische Erkrankung.

Im Zusammenhang mit Long COVID können weitere unspezifische Symptome auftreten.

Dazu zählen insbesondere:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Appetitverlust sowie Verstopfung

  • Hautveränderungen wie Hautausschläge, Ekzeme sowie Haarausfall

  • Beschwerden im Bereich der Sexualorgane, darunter Veränderungen des Menstruationszyklus sowie Erektionsstörungen

  • Schmerzen, beispielsweise Kopf-, Nerven-, Muskel- oder Gelenkschmerzen

Die Ausprägung dieser Beschwerden kann individuell unterschiedlich sein und im Verlauf schwanken.

Hinweis: Bei einigen der genannten Beschwerden handelt es sich um ernstzunehmende gesundheitliche Veränderungen. Bei anhaltenden oder neu auftretenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll und wichtig.

Weitere gesundheitliche Langzeitfolgen

Neben Long COVID wurden nach einer Coronavirus-Infektion auch andere Erkrankungen häufiger berichtet, die die Gesundheit und Lebensqualität von Betroffenen langfristig beeinträchtigen können.

Dazu zählen unter anderem:

  • Das Auftreten eines neu diagnostizierten Diabetes mellitus Typ 2

  • Mögliche Organschäden, beispielsweise an Lunge, Leber oder Nieren

  • Verschlechterungen bestehender Vorerkrankungen 

  • Neurologische und neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Demenz)

  • Autoimmunerkrankungen sowie Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Die genauen Ursachen und Zusammenhänge sind bislang nicht abschließend geklärt und Gegenstand aktueller Forschung.

Detailliertere Informationen zu möglichen Langzeitfolgen nach einer Coronavirus-Infektion finden Sie hier.

HÄUFIG

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Long COVID und ME/CFS

Langfristige gesundheitliche Beschwerden können nach verschiedenen Virusinfektionen auftreten. Solche postakuten Infektionssyndrome (PAIS) sind zum Beispiel auch nach einer Virusgrippe (Influenza) oder einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) beschrieben.

 

Ein mögliches Krankheitsbild von PAIS ist ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom). Dabei handelt es sich um eine schwere Form anhaltender Erschöpfung, die als Langzeitfolge von Infektionen auftreten kann.

 

Auch nach einer Coronavirus-Infektion berichten einige Betroffene über Beschwerden, die mit ME/CFS übereinstimmen. ME/CFS wird daher im Zusammenhang mit Long COVID als mögliche schwere Verlaufsform (Subtyp) diskutiert.

 

Typisch für ME/CFS ist eine ausgeprägte, anhaltende Erschöpfung, die sich nach körperlicher oder geistiger Belastung zunehmend verschlechtern kann und sich durch Ruhe nicht vollständig bessert.

Gibt es Risikofaktoren für Long COVID?

Long COVID kann grundsätzlich nach jeder akuten Corona-Erkrankung auftreten – auch nach milden oder zunächst beschwerdearmen Verläufen. Bestimmte Faktoren können das Risiko jedoch erhöhen.

Studien zeigten, dass bestimmte Faktoren mit einem erhöhten Risiko für Long COVID verbunden sein können. Dazu zählen unter anderem:

  • Schwere Corona-Krankheitsverläufe (insbesondere wenn eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich war) können das Risiko für Long COVID im Vergleich zu milden Verläufen erhöhen

  • Mehrfache Coronavirus-Infektionen können das Risiko für Long COVID erhöhen – auch wenn bei einer vorherigen Infektion keine längerfristigen Beschwerden aufgetreten sind 

  • Bestimmte Vorerkrankungen wie Asthma, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit), Diabetes oder starkes Übergewicht (Adipositas) können das Long COVID-Risiko beeinflussen 

  • Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen werden als mögliche Risikofaktoren diskutiert 

  • Frauen sind nach bisherigen Daten häufiger von Long COVID betroffen als Männer

  • Bestimmte Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder geringe körperliche Aktivität scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen


Häufige Fragen zu Long COVID

Long COVID kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen, die einzeln oder gemeinsam auftreten und im Verlauf schwanken können. Häufig berichten Betroffene über anhaltende Erschöpfung (Fatigue), Atembeschwerden oder Konzentrationsprobleme. Auch weitere körperliche oder geistige Beschwerden sind möglich, die den Alltag unterschiedlich stark beeinflussen können.

Long COVID selbst ist nicht ansteckend. Die Beschwerden treten als mögliche Folge einer Coronavirus-Infektion auf und werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Ansteckend ist nur das Coronavirus während der akuten Infektionsphase – nicht die längerfristigen Symptome von Long COVID.

  • Long COVID bezeichnet längerfristige Beschwerden nach einer Corona-Infektion, die über die akute Krankheitsphase von vier Wochen hinaus bestehen oder neu auftreten.
     

  • Post COVID bezeichnet Beschwerden und Symptome, die zwölf Wochen nach der Infektion andauern, erneut auftreten oder nicht durch andere Ursachen erklärt werden können.

Long COVID ist ein Oberbegriff für alle Langzeitbeschwerden, die länger als vier Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus bestehen – somit umfasst er auch Post-COVID.

Long COVID kann nicht durch einen einzelnen Test nachgewiesen werden. In der Regel sind Hausärzte bzw. Hausärztinnen die erste Anlaufstelle für die Diagnostik und Versorgung von Menschen mit Long COVID. Die Diagnose basiert auf einer Abklärung der einzelnen Symptome und dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Typische Hinweise sind anhaltende Erschöpfung (Fatigue), Kurzatmigkeit oder Konzentrations- sowie Gedächtnisprobleme (Brain Fog), die vier Wochen nach der akuten Corona-Erkrankung noch bestehen oder neu auftreten.

Zur Diagnose gehören häufig unter anderem:

  • Anamnese: Ärztliches Gespräch über Verlauf der Infektion und aktuelle Beschwerden.

  • Körperliche Untersuchung: Kontrolle von Herz, Lunge und neurologischen Funktionen. 

  • Ausschluss anderer Ursachen: Bluttests, EKG, Lungenfunktionstests und weitere Untersuchungen.

Ja, auch Kinder und Jugendliche können nach einer Coronavirus-Infektion längerfristige Beschwerden entwickeln, wobei das Risiko insgesamt niedriger ist als bei Erwachsenen. Typische Symptome bei Kindern ähneln denen bei Erwachsenen und können z. B. Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen umfassen.

Die Beschwerden können nach milden, aber auch nach asymptomatischen Corona-Krankheitsverläufen auftreten und im Alltag unterschiedlich stark belasten. In vielen Fällen klingen die Symptome bei Kindern innerhalb weniger Wochen oder Monate wieder ab.

In Form eines besonders schweren Subtyps, also einer speziellen Ausprägung von Long COVID,  kann ein ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronische Fatigue-Syndrom) auftreten.

Leitsymptom ist eine ausgeprägte und anhaltende Erschöpfung, die sich nach körperlicher oder geistiger Belastung zunehmend verschlimmern kann (Post-Exertionelle Malaise, PEM) und sich auch durch Ruhe nicht vollständig bessert.

Long COVID kann das Nervensystem und die psychische Gesundheit betreffen. Forschende haben Hinweise auf psychische Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung gefunden, darunter Angststörungen und depressive Verstimmungen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Betroffene Depressionen entwickelt, aber psychische Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit oder Ängste können Teil der Long COVID-Symptomatik sein und sollten ernst genommen werden.

Unterstützung durch Ärztinnen und Ärzte oder psychologische Fachkräfte kann helfen, die Belastungen zu bewältigen.

Die Dauer von Long COVID kann stark variieren. Viele Betroffene berichten, dass ihre Beschwerden im Verlauf von mehreren Monaten nachlassen. Studien zeigten, dass sich bei den meisten Erwachsenen die Symptome innerhalb von sechs bis zwölf Monaten deutlich zurückbildeten.

Bei einem kleineren Teil der Betroffenen können Beschwerden auch über mehrere Jahre hinweg anhalten. Die Dauer hängt unter anderem von der Schwere der ursprünglichen Corona-Erkrankung, vorbestehenden gesundheitlichen Problemen und weiteren individuellen Faktoren ab.

Fazit: Die meisten Betroffenen spüren mit der Zeit eine Besserung ihrer Long COVID-Symptome, auch wenn die Dauer der Erholung stark variieren kann.

Unterstützung bei Long COVID erhalten Betroffene auf unterschiedlichen Wegen. Zunächst ist die Hausarztpraxis die wichtigste Anlaufstelle. Dort können Symptome abgeklärt, passende Behandlungen koordiniert und bei Bedarf Fachärztinnen oder Fachärzte hinzugezogen werden.

Weitere Angebote und Hilfen:

  • Spezialisierte Long COVID-Zentren und Ambulanzen (in Abstimmung mit der Hausarztpraxis)

  • Therapeutische Unterstützung (z. B. Physiotherapie, Atemtherapie oder Ergotherapie) 

  • Rehabilitation (z. B. Angebote der Deutschen Rentenversicherung für Long COVID)

  • Selbsthilfe und Austausch (z. B. über bundesweite Selbsthilfegruppen oder Betroffeneninitiativen)

Informationsquellen und Leitlinien:

Austausch mit anderen Betroffenen

Informationen zu ME/CFS

Ja, eine Rehabilitation kann Menschen mit Long COVID helfen, ihre Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit schrittweise zurückzugewinnen. Reha-Maßnahmen können ambulant oder stationär erfolgen und je nach Schwere der Einschränkungen auch Nachsorge oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben umfassen. Zuständig für die Kostenerstattung können verschiedene Träger wie z. B. die Deutsche Rentenversicherung sein.

Hilfe bei der Suche nach dem passenden Kostenträger bietet der Reha-Zuständigkeitsnavigator der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation.

Spezielle Reha-Programme für Long COVID-Betroffene, etwa über die Deutsche Rentenversicherung, richten sich vor allem an Personen, deren Alltags- und Arbeitsfähigkeit stark eingeschränkt ist. Ziel ist es, Betroffene wieder möglichst aktiv und weitgehend beschwerdefrei am Leben teilnehmen zu lassen.

Informationen zu Voraussetzungen, Antragstellung und Angeboten finden Sie auf den Websites der Deutschen Rentenversicherung und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Studien zeigten, dass Corona-Schutzimpfungen das Risiko für Long COVID senken konnten. Zudem können sie dazu beitragen, schwere Corona-Krankheitsverläufe zu reduzieren, die als ein wesentlicher Risikofaktor für Long COVID gelten.

Wer vollständig geimpft war, hatte ein geringeres Risiko, nach einer Coronavirus-Infektion langfristige Beschwerden zu entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit für Long COVID sank dabei mit jeder weiteren Impfdosis. Um das Risiko für Long COVID zu reduzieren, ist es sinnvoll, sich bezüglich einer Corona-Schutzimpfung beraten zu lassen.

Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier

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Eine persönliche Beratung zum individuellen Corona-Risiko und zu empfohlenen Schutzimpfungen ist jederzeit möglich, insbesondere ab Spätsommer/Frühherbst. Impfberatung und Corona-Schutzimpfungen werden von Hausärztinnen und Hausärzten sowie über 1.600 Apotheken angeboten. Termine können online über Doctolib oder ApoGuide vereinbart werden.

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Medizinisch geprüft am 15.08.2026

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Quellen