Corona-Risiko bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems
Menschen mit bestimmten Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) zählen zu den Personengruppen mit einem erhöhten Corona-Risiko. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche ZNS-Erkrankungen dieses Risiko beeinflussen, warum das so ist und welche Schutzmaßnahmen Sie ergreifen können. Zudem erhalten Sie Informationen zu Long COVID sowie möglichen neurologischen Langzeitfolgen nach einer Coronavirus-Infektion.
- Menschen mit bestimmten Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) wie Multipler Sklerose, Demenz, geistigen Behinderungen, psychiatrischen Erkrankungen oder zerebrovaskulären Erkrankungen wie Schlaganfall haben ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe.
- Das Corona-Risiko wird bei ZNS-Erkrankungen durch verschiedene Faktoren beeinflusst, darunter ein geschwächtes Immunsystem, eingeschränkte Lungenfunktion, Immobilität sowie erschwerte Umsetzung von Schutzmaßnahmen im Alltag.
- Die STIKO empfiehlt Menschen mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems eine jährliche Corona-Schutzimpfung, um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID zu verringern.
- Erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe bei ZNS-Erkrankungen
- Welche ZNS-Erkrankungen können das Corona-Risiko beeinflussen?
- Neurologische Langzeitfolgen und Long COVID
- Corona-Risiko senken – für Menschen mit ZNS-Erkrankungen
- Häufige Fragen zum Corona-Risiko bei ZNS-Erkrankungen
- Weiterführende Informationen zum Corona-Risiko bei ZNS-Erkrankungen
- Jetzt Termin zur Impfberatung finden
Welche ZNS-Erkrankungen können das Corona-Risiko beeinflussen?
Geistige Behinderung
Menschen mit geistiger Behinderung sind häufig aufgrund ihrer Wohnsituation in stationären Wohneinrichtungen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Manche Behinderungen sind mit einer schlechteren Funktion des Immunsystems verbunden und Atemwegserkrankungen, psychiatrische Erkrankungen und ein frühes Auftreten von Demenz sind bei dieser Personengruppe häufiger. Diese Faktoren erhöhten das Risiko für einen schweren Verlauf der Corona-Erkrankung.
Psychiatrische Erkrankungen
Psychiatrische Erkrankungen, wie Depression, bipolare Störung oder Schizophrenie, sind mit einem erhöhten Risiko für eine schweren Verlauf der Corona-Erkrankung verbunden. Darüber hinaus war das Infektionsrisiko bei Menschen mit schweren psychiatrischen Erkrankungen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung höher. Untersuchungen zeigten, dass Personen mit psychiatrischen Vorerkrankungen mit höherer Wahrscheinlichkeit an Long COVID erkrankten.
Schlaganfall
Studiendaten zeigten, dass Menschen mit einem Schlaganfall in der Vorgeschichte ein etwa 2,5-fach höheres Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf hatten. Als mögliche Ursachen werden unter anderem schlaganfallbedingte Funktionseinschränkungen, eine verminderte Mobilität sowie weitere Begleiterkrankungen diskutiert, da sie die Belüftung der Lunge beeinträchtigen können. Ob und in welchem Ausmaß diese Faktoren zum erhöhten Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf beitragen, ist jedoch nicht abschließend geklärt.
Neurologische Langzeitfolgen und Long COVID
Nach einer überstandenen Coronavirus-Infektion berichten viele Betroffenen von anhaltenden Beschwerden, man spricht von Long COVID. Zu den häufigen Symptomen von Long COVID zählen unter anderem auch neurologische Symptome wie Erschöpfung (Fatigue), Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns und/oder Schwindel. Mögliche Spätfolgen der Corona-Erkrankung können auch Menschen betreffen, die zuvor keine Erkrankungen des zentralen Nervensystems hatten. Sie treten jedoch häufiger auf bei Personen mit psychiatrischen Vorerkrankungen und nach schweren Corona-Krankheitsverläufen.
Häufige Fragen zum Corona-Risiko bei ZNS-Erkrankungen
Menschen mit bestimmten Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) können ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe haben. Gründe dafür sind unter anderem eine eingeschränkte Lungenfunktion, ein geschwächtes Immunsystem oder zusätzliche Risikofaktoren wie höheres Alter oder Begleiterkrankungen.
Neurologische Erkrankungen werden mit einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe in Verbindung gebracht. Zu den neurologischen Erkrankungen zählen unter anderem:
- Demenz
- Geistige Behinderung
- Alzheimer-Krankheit
- Parkinson-Krankheit
- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
- Multiple Sklerose (MS)
- Chorea Huntington (Veitstanz)
- Myasthenia gravis
- Guillain-Barré-Syndrom
- Epilepsie
- Depression
- Schizophrenie
- Bipolare Störung/manisch-depressive Erkrankung
- Schwere Persönlichkeitsstörungen, schwere Angststörungen, schwere Ess- und Zwangsstörungen, schwere Suchterkrankungen
Die hier aufgeführten Erkrankungen sind Beispiele für neurologische Erkrankungen. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nicht für alle genannten Erkrankungen liegen spezifische Daten zum Corona-Risiko vor. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über Ihr individuelles Corona-Risiko.
Menschen mit Demenz gehören häufig zu älteren Altersgruppen, die generell ein höheres Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe haben. Zudem können sie Schutzmaßnahmen wie Hygiene- oder Abstandsregeln oft nur eingeschränkt umsetzen, wodurch auch das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus steigen kann.
Bei bestehenden neurologischen Erkrankungen kann eine Coronavirus-Infektion schwerer verlaufen. Zudem können im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung anhaltende Beschwerden im Rahmen von Long COVID auftreten. Dazu zählen unter anderem neurologische Symptome wie Erschöpfung, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schwindel oder ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns.
Weitere Informationen zu Long COVID finden Sie hier.
Ja. Neurologische Langzeitfolgen nach einer überstandenen Coronavirus-Infektion können auch bei Menschen auftreten, die zuvor keine Erkrankung des zentralen Nervensystems hatten. Sie werden jedoch häufiger nach schweren Corona-Krankheitsverläufen beobachtet.
Corona-Schutzimpfungen können das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID verringern. Für Personen mit ZNS-Erkrankungen wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung mit einem an die aktuelle Virusvariante angepassten Impfstoff empfohlen.
Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.
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Eine persönliche Beratung zum individuellen Corona-Risiko und zu empfohlenen Schutzimpfungen ist jederzeit möglich, insbesondere ab Spätsommer/Frühherbst. Impfberatung und Corona-Schutzimpfungen werden von Hausärztinnen und Hausärzten sowie über 1.600 Apotheken angeboten. Termine können online über Doctolib oder ApoGuide vereinbart werden.
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Medizinisch geprüft am 15.08.2026
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI). Epidemiologisches Bulletin 28/2026. DOI: 10.25646/14286.2
- Deutsche Hirnstiftung. Corona: Hinweise zur Impfung und zu neurologischen Spätfolgen. (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Statistisches Bundesamt (destatis). Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands. (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Schröder H et al. Monitor: Vorerkrankungen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe von COVID-19. Berlin 2020 (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). COVID-19-Impfstrategie: Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen gehören zur Risikogruppe. (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband (DMSG). Update der Empfehlungen für Multiple-Sklerose-Erkrankte inklusive Update der Empfehlungen zur Corona-Schutzimpfung. (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Habermann-Horstmeier L. Bundesgesundheitsbl 66, 283–291 (2023). DOI: 10.1007/s00103-023-03661-z
- WDR. Studie: Psychische Vorerkrankung erhöht Risiko für Long COVID. [JS2] [UJ3] Stand 20.09.2022 (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Berlit P et al. S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Neurologische Manifestationen bei COVID-19. Berlin 2024. Stand: 15.01.2024 (Letzter Zugriff am 15.08.2026)
- Robert Koch-Institut (RKI). Long COVID. (Letzter Zugriff am 12.08.2026)
- Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Long COVID – Wissenswertes für Erkrankte und Interessierte. (Letzter Zugriff am 15.08.2026)