Corona-Risiko bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe. Gleichzeitig kann eine Corona-Erkrankung das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten und Herz-Kreislauf-Komplikationen begünstigen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Corona-Risiko bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu möglichen Auswirkungen einer Coronavirus-Infektion auf das Risiko für Herzerkrankungen und dazu, welche Maßnahmen zum Schutz vor schweren Corona-Krankheitsverläufen beitragen können.

Zusammenfassung:
  • Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck, zählen zu den Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe.
  • Bei bestehenden Herzerkrankungen kann eine Coronavirus-Infektion das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten; in einigen Fällen kann es auch zu einer direkten Beteiligung des Herzmuskels kommen.
  • Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen können zudem das Risiko für langfristige Beschwerden wie Long COVID erhöhen; auch nach einer Coronavirus-Infektion kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder Herzinfarkt erhöht bleiben.
  • Die STIKO empfiehlt Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine jährliche Corona-Schutzimpfung, um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen zu verringern.
Infografik zeigt, dass 26,2 % der schweren Corona-Krankheitsverläufe auf Bluthochdruck zurückgeführt werden konnte.

Erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe

In Deutschland werden über 25 Millionen Menschen aufgrund eines höheren Lebensalters oder bestimmter Vorerkrankungen einer Corona-Risikogruppe zugerechnet.  Das entspricht etwa jeder dritten Person. Dazu gehören auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Fall einer Coronavirus-Infektion haben sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf.
 

26,2 % aller schweren Corona-Krankheitsverläufe traten bei Bluthochdruck-Patientinnen und -Patienten auf.

Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen einen großen Anteil der deutschen Bevölkerung; neben schweren Krankheitsbildern, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und koronare Herzkrankheit, zählt auch Bluthochdruck als Risikofaktor für schwere Corona-Krankheitsverläufe. Studiendaten haben gezeigt, dass 26,2 % – also mehr als 1/4 – aller schweren Corona-Krankheitsverläufe bei Bluthochdruck-Patientinnen und -Patienten auftraten. Auch andere chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel koronare Herzkrankheit oder Herzinsuffizienz (Herzschwäche) können mit einem höheren Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf einhergehen

Bei bestehenden Herzerkrankungen kann das Herz durch die zusätzliche Belastung einer Coronavirus-Infektion schneller an seine Grenzen geraten. In manchen Fällen kann das Coronavirus auch Zellen des Herzmuskels direkt infizieren, es kann zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Zusätzlich kann das individuelle Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf bei Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch weitere Risikofaktoren zusätzlich erhöht werden – zum Beispiel aufgrund des häufig höheren Lebensalters oder weiterer Vorerkrankungen.

Langfristige Beschwerden nach einer Coronavirus-Infektion

Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen können auch das Risiko für länger anhaltende Beschwerden nach einer Coronavirus-Infektion erhöhen. Betroffene berichten von anhaltenden Symptomen, wie zum Beispiel Brustschmerzen, Herzstolpern, Kurzatmigkeit oder eingeschränkter Belastbarkeit. Diese Beschwerden können im Rahmen von Long COVID über Wochen oder Monate bestehen bleiben.

Älterer Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht hält sich die Hand ans Herz.

Corona kann das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen

Eine Coronavirus-Infektion kann die Herzgesundheit langfristig beeinflussen. Untersuchungen haben gezeigt, dass noch ein Jahr nach einer akuten Coronavirus-Infektion das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und koronare Herzerkrankung erhöht war. Mittlerweile ist bekannt, dass noch fast drei Jahre nach der Infektion eine höhere Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkte und Schlaganfälle besteht, insbesondere wenn Personen mit der Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden mussten. Betroffen sind dabei sowohl Menschen mit einer Vorerkrankung des Herzens als auch herzgesunde Personen. Weitere chronische Erkrankungen, zum Beispiel die Kombination von Herzinsuffizienz und Atemwegserkrankungen wie z. B. COPD, können das Herz-Kreislauf-Risiko zusätzlich erhöhen.

Corona-Risiko senken – bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen können ihr Corona-Risiko verringern, indem sie aktiv mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin zusammenarbeiten und empfohlene Schutzmaßnahmen berücksichtigen.

  • Für Menschen mit Risikofaktoren wie chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist es besonders wichtig, eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite Corona vorbeugen.
  • Da Bluthochdruck (Hypertonie) als möglicher Risikofaktor für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf gilt, empfiehlt es sich, die eigenen Blutdruckwerte im Blick zu behalten und Blutdruck-Arzneimittel konsequent einzunehmen. Untersuchungen deuteten darauf hin, dass Blutdrucksenker das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe senken konnten.
  • Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung empfohlen. Die Nationale Herz-Allianz unterstreicht zudem die Bedeutung von Impfungen gegen Atemwegserkrankungen wie Corona – insbesondere für Menschen mit Herzerkrankungen.
Älteres Ehepaar joggt entspannt am Flussufer.

Corona-Schutzimpfung bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen zu verringern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine jährliche Corona-Schutzimpfung für alle Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen – unabhängig davon, ob weitere Risikofaktoren vorliegen.
 

Die Impfung sollte mit einem an die aktuelle Virusvariante angepassten Impfstoff erfolgen – idealerweise ab Spätsommer/Frühherbst. Auch vor Reisen kann es sinnvoll sein, den Impfschutz zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen.


Häufige Fragen zum Corona-Risiko bei chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche, haben ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe. Bei einer Coronavirus-Infektion kann das Herz zusätzlich belastet werden und schneller an seine Grenzen kommen. In manchen Fällen kann das Coronavirus auch Herzmuskelzellen direkt angreifen, was eine Herzmuskelentzündung auslösen kann. Weitere Risikofaktoren wie höheres Alter oder weitere Vorerkrankungen können das individuelle Corona-Risiko zusätzlich erhöhen.

Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden mit einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe in Verbindung gebracht. Zu den chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen unter anderem:

  • Bluthochdruck
  • Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Angina pectoris (Brustenge)
  • Herzinsuffizienz/Herzschwäche
  • Vorhofflimmern und Vorhofflattern
  • Herzrhythmusstörungen
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
  • Arteriosklerose/Gefäßverkalkung
  • Erkrankungen der Herzklappen
  • Chronische Herzbeutelentzündung
  • Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck)

Die hier aufgeführten Erkrankungen sind Beispiele für chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nicht für alle genannten Erkrankungen liegen spezifische Daten zum Risiko für eine schwere Corona-Erkrankung vor. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über Ihr individuelles Corona-Risiko.

Eine Coronavirus-Infektion kann bei Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen länger anhaltende Beschwerden begünstigen. Dazu zählen unter anderem Brustschmerzen, Herzstolpern, Kurzatmigkeit oder eine verminderte Belastbarkeit. Diese Symptome können über Wochen oder Monate bestehen bleiben und im Rahmen von Long COVID auftreten. Studien zeigten außerdem, dass eine Coronavirus-Infektion auch bei zuvor herzgesunden Personen das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.

Weitere Informationen zu Long COVID finden Sie hier.

Ja. Nach einer Coronavirus-Infektion kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle noch über einen längeren Zeitraum erhöht sein – in Studien wurde dies noch bis zu fast drei Jahre nach der Coronavirus-Infektion beobachtet. Besonders betroffen waren Menschen, die wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Auch zuvor herzgesunde Menschen können nach einer Coronavirus-Infektion ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen entwickeln. Zusätzliche chronische Erkrankungen, etwa eine Kombination aus Herzinsuffizienz und COPD, können das Risiko weiter erhöhen.

Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf. Studiendaten zeigten, dass 26,2 % aller schweren Corona-Krankheitsverläufe bei Personen mit Bluthochdruck auftraten. Daher empfiehlt es sich, die eigenen Blutdruckwerte regelmäßig zu kontrollieren und Blutdruck-Arzneimittel konsequent einzunehmen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Blutdrucksenker das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe senken können. Darüber hinaus wird Menschen mit Bluthochdruck eine jährliche Corona-Schutzimpfung empfohlen, um das Risiko für schwere Krankheitsverläufe zusätzlich zu senken.

Corona-Schutzimpfungen können das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID verringern. Für Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung mit einem an die aktuellen Virusvarianten angepassten Impfstoff empfohlen. 

Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier.

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Eine persönliche Beratung zum individuellen Corona-Risiko und zu empfohlenen Schutzimpfungen ist jederzeit möglich, insbesondere ab Spätsommer/Frühherbst. Impfberatung und Corona-Schutzimpfungen werden von Hausärztinnen und Hausärzten sowie über 1.600 Apotheken angeboten. Termine können online über Doctolib oder ApoGuide vereinbart werden.

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Medizinisch geprüft am 15.08.2026

Quellen