Starkes Übergewicht (Adipositas) als Risikofaktor bei Corona

Menschen mit starkem Übergewicht, auch Adipositas genannt, zählen zu den Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf. Hier erfahren Sie mehr über die Gründe für dieses erhöhte Risiko und wie Sie sich schützen können.

Zusammenfassung:
  • Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) zählen zu den Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe; das Risiko steigt dabei mit zunehmendem Body-Mass-Index (BMI).
  • Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist in Deutschland fast jeder fünfte Erwachsene (19 %) von Adipositas betroffen.
  • Als Ursachen für das erhöhte Risiko gelten unter anderem chronische Entzündungsprozesse durch viszerales Fett (Bauchfett) sowie eine eingeschränkte Lungenfunktion, die während einer Coronavirus-Infektion zu einer stärkeren Belastung und schwereren Symptomen führen können.
  • Die Ständige Impfkommission (STIKO)  empfiehlt allen Menschen mit Adipositas (BMI ≥ 30) eine jährliche Corona-Schutzimpfung, um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen zu verringern.
Mann mit starkem Übergewicht (Adipositas) bei einem Spaziergang Menschen mit Adipositas haben ein erhöhtes Risiko, wegen einer Corona-Infektion hospitalisiert zu werden.

Wann spricht man von starkem Übergewicht?

Starkes Übergewicht (Adipositas) beschreibt eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Die Beurteilung erfolgt in der Regel alters- und geschlechtsspezifisch anhand des Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt. Von Adipositas spricht man ab einem BMI von 30.

Adipositas gilt als eigenständige Erkrankung und zugleich als Risikofaktor für eine Vielzahl an Folgeerkrankungen, zum Beispiel Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheit (KHK).

Infografik zeigt den Anteil der Menschen mit Adipositas in Deutschland, etwa 19 % der Gesamtbevölkerung.

Erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe bei Adipositas

In Deutschland werden über 25 Millionen Menschen aufgrund eines höheren Lebensalters oder bestimmter Vorerkrankungen einer Corona-Risikogruppe zugerechnet. Das entspricht etwa jeder dritten Person. Dazu zählen auch Menschen mit Adipositas. Laut Angaben des RKI ist in Deutschland fast jeder fünfte Erwachsene (19 %) betroffen.

Daten zeigten, dass das Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf mit steigendem Body-Mass-Index (BMI) zunahm:

Adipositas-Grad

BMI-Bereich

Erhöhtes Risiko für Intensivbehandlung

Adipositas Grad I

30–34,9

+35 %

Adipositas Grad II

35–39,9

+51 %

Adipositas Grad III

40–45

+71 %

Sehr schwere Adipositas

>45

+108 % (etwa doppelt so hohes Risiko)


Ein besonderes Problem bei Übergewicht geht vom Bauchfett aus. Das Bauchfett, auch viszerales Fett genannt, ist stoffwechselaktiv. Das bedeutet, es produziert Hormone und Stoffe, die unter anderem Entzündungen fördern und das Immunsystem schwächen können. Dadurch entsteht häufig eine chronische Entzündung, die den Körper dauerhaft belastet.

Diese chronischen Entzündungsprozesse können die Ursache dafür sein, dass Menschen mit Adipositas während einer Coronavirus-Infektion schwerere Symptome zeigen können und häufiger im Krankenhaus behandelt werden müssen als Menschen ohne Adipositas.

Zusätzlich lastet bei Adipositas ein höherer Druck auf dem Lungengewebe, da die Lunge weniger Raum zum Ausdehnen hat. Die Betroffenen müssen deshalb mehr Atemarbeit leisten, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Während einer Coronavirus-Infektion, die – neben anderen Organen – insbesondere die Lunge betrifft, kann diese zusätzliche Belastung zu schwereren Corona-Symptomen führen. Menschen mit Adipositas wurden deshalb häufiger im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt oder künstlich beatmet.

Corona-Risiko senken – für Menschen mit Adipositas 

Menschen mit Adipositas können ihr Corona-Risiko verringern, indem sie aktiv mit ihrem behandelnden Arzt bzw. ihrer behandelnden Ärztin zusammenarbeiten und empfohlene Schutzmaßnahmen berücksichtigen.

  • Für Menschen mit Adipositas ist es besonders wichtig, eine Corona-Ansteckung zu vermeiden. Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite Corona vorbeugen.
  • Eine Gewichtsreduktion kann das Corona-Risiko senken und zudem zu mehr Lebensqualität und Vitalität beitragen. Eine Studie konnte zeigen, dass bereits ein Gewichtsverlust von > 5 % des Ausgangsgewichts zu einer Verbesserung Lebensqualität, depressiven Symptomen und Stresslevel führen konnte. Betroffene können sich hierfür an ihre behandelnde Ärztin oder ihren Arzt sowie an Adipositas-Zentren und Praxen mit dem Schwerpunkt Ernährungsmedizin wenden.

  • Allen Menschen mit Adipositas (BMI ≥ 30) wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung empfohlen. 

  • Weiterführende Informationen zu Adipositas und Corona sowie rund um Prävention und Therapie der Adipositas finden Sie auf der Website der Deutschen Adipositas Gesellschaft.
Frau mit Adipositas joggt im Freien und gibt einer anderen joggenden Person ein High Five. Gewichtsreduktion kann dazu beitragen, das Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf zu verringern.

Corona-Schutzimpfung bei Adipositas

Um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen zu verringern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine jährliche Corona-Schutzimpfung für alle Menschen mit Adipositas (BMI ≥ 30) – unabhängig davon, ob weitere Risikofaktoren vorliegen.

 

Die Impfung sollte mit einem an die aktuelle Virusvariante angepassten Impfstoff erfolgen – idealerweise ab Spätsommer/Frühherbst. Auch vor Reisen kann es sinnvoll sein, den Impfschutz zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen.


Häufige Fragen zum Corona-Risiko bei starkem Übergewicht

Menschen mit Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe. Mit zunehmendem Body-Mass-Index (BMI) und damit steigender Körperfettmasse nimmt die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf zu. Ursachen sind unter anderem eine erhöhte Belastung des Körpers sowie Entzündungsprozesse, die das Immunsystem beeinträchtigen können.

Von Adipositas spricht man, wenn der Body-Mass-Index (BMI) 30 oder höher beträgt. Der BMI setzt das Körpergewicht ins Verhältnis zur Körpergröße und dient als Orientierung zur Einordnung von Übergewicht.

Daten zeigten, dass das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe mit steigendem BMI zunimmt. Bereits bei Adipositas Grad I war das Risiko für eine intensivmedizinische Behandlung erhöht und stieg bei höherem BMI weiter an. Personen mit einem BMI über 45 hatten ein etwa doppelt so hohes Risiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

Bauchfett (viszerales Fett) ist stoffwechselaktiv und kann entzündungsfördernde Prozesse im Körper fördern. Diese können das Immunsystem beeinträchtigen und den Körper dauerhaft belasten. Dadurch kann es bei einer Coronavirus-Infektion zu schwereren Krankheitsverläufen kommen. Eine Gewichtsreduktion kann sich positiv auf das Corona-Risiko und die allgemeine Gesundheit auswirken.

Corona-Schutzimpfungen können das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID verringern. Für Personen mit Adipositas (BMI ≥ 30) wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung mit einem an die aktuellen Virusvarianten angepassten Impfstoff empfohlen. 

Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier

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Eine persönliche Beratung zum individuellen Corona-Risiko und zu empfohlenen Schutzimpfungen ist jederzeit möglich, insbesondere ab Spätsommer/Frühherbst. Impfberatung und Corona-Schutzimpfungen werden von Hausärztinnen und Hausärzten sowie über 1.600 Apotheken angeboten. Termine können online über Doctolib oder ApoGuide vereinbart werden.

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Medizinisch geprüft am 15.08.2026

Quellen