Corona-Risiko bei chronischen Atemwegserkrankungen

Menschen mit bestimmten chronischen Atemwegserkrankungen wie z. B. COPD können ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe haben. Hier erfahren Sie, welche chronischen Erkrankungen der Atemwegsorgane damit in Verbindung gebracht werden, welche möglichen Folgen eine Coronavirus-Infektion haben kann und wie Sie sich schützen können.

Zusammenfassung:
  • Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose können ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe haben, insbesondere bei eingeschränkter Lungenfunktion oder zusätzlichen Vorerkrankungen.
  • Eine Coronavirus-Infektion kann bestehende Atemwegserkrankungen verschlechtern und zu schwereren Symptomen sowie anhaltenden Beschwerden wie Atemnot oder eingeschränkter Lungenfunktion führen.
  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie z. B. COPD eine jährliche Corona-Schutzimpfung, um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID zu verringern. 
Person mit Rucksack blickt vom Berggipfel in die Ferne. Menschen mit COPD haben ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Verläufe.

Was sind chronische Atemwegserkrankungen?

Chronische Atemwegserkrankungen können die Lunge, die Bronchien und weitere Bereiche der Atemwege betreffen. Sie werden in obstruktive und restriktive Atemwegserkrankungen unterteilt.

  • Obstruktive Atemwegserkrankungen, wie z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) oder Bronchiektasen, erschweren das Ausatmen.
  • Restriktive Atemwegserkrankungen, wie z. B. Lungenfibrose, chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder bestimmte berufsbedingte Lungenerkrankungen, schränken die Fähigkeit ein, Luft einzuatmen.

Chronische Atemwegserkrankungen: Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe

In Deutschland werden über 25 Millionen Menschen aufgrund eines höheren Lebensalters oder bestimmter Vorerkrankungen einer Corona-Risikogruppe zugerechnet. Das entspricht etwa jeder dritten Person. Dazu gehören auch Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwegsorgane wie chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Lungenfibrose oder interstitielle Lungenerkrankungen (ILD). 

Chronische Atemwegserkrankungen beeinträchtigen die Lungenfunktion und können das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe erhöhen. Allerdings werden nicht alle Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko in Verbindung gebracht. So ist zum Beispiel das Corona-Risiko bei gut eingestellten Asthma-Patientinnen und -Patienten, die ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, in der Regel nicht höher als bei Menschen ohne chronische Atemwegserkrankungen.

Zu den chronische Atemwegserkrankungen mit einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe zählen unter anderem:

Abbildung des ACE-2-Proteins, an das das Coronavirus bindet. Dieses Protein kommt besonders häufig in der Lunge vor.

COPD: Bei Personen mit COPD kann das ACE-2-Protein in der Lunge vermehrt vorkommen, während gleichzeitig die antivirale Abwehr geschwächt sein kann. Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für eine Infektion mit dem Coronavirus. Etwa 4,4 % der Menschen in Deutschland haben durch COPD ein erhöhtes Risiko – unabhängig vom Alter. Menschen mit COPD benötigen bei einer Corona-Erkrankung häufiger intensivmedizinische Betreuung und Beatmung als Menschen ohne chronische Atemwegserkrankungen.

 

Lungenfibrose: Bei dieser Erkrankung bildet sich vermehrt Bindegewebe in der Lunge, was zu einer Vernarbung und Verhärtung des Lungengewebes und damit zu einer eingeschränkten Lungenfunktion führt. Betroffene haben häufig Schwierigkeiten, genügend Luft aufzunehmen, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Eine akute Atemwegsinfektion kann die Sauerstoffversorgung zusätzlich behindern. Deshalb sind Patientinnen und Patienten mit Lungenfibrose besonders anfällig für schwere Corona-Krankheitsverläufe.

Weitere Risiko-Faktoren für schwere Corona-Krankheitsverläufe

Das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe steigt, wenn weitere chronische Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegen. Etwa die Hälfte der Menschen mit COPD leiden gleichzeitig an weiteren chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Stadium der Atemwegserkrankungen und der allgemeine Gesundheitszustand beeinflussen das individuelle Risiko.

Mögliche Folgen einer Coronavirus-Infektion bei chronischen Atemwegserkrankungen

Aufgrund einer bestehenden chronischen Erkrankung der Atemwegsorgane können im Fall einer Coronavirus-Infektion sowohl akute als auch langfristige gesundheitliche Probleme auftreten.

Begleiterkrankungen der Atemwegsorgane erhöhen das Risiko für schwerere Corona-Symptome und können somit zu schweren Corona-Krankheitsverläufen führen. Zudem ist es möglich, dass anhaltende Beschwerden wie Atemnot, eine eingeschränkte Lungenfunktion und Veränderungen im Lungengewebe – zum Beispiel in Form von Narbenbildungen (Fibrosen) – häufiger auftreten. Diese möglichen Spätfolgen (Long COVID) können zu einer eingeschränkten Lebensqualität und einem höheren medizinischen Versorgungsbedarf beitragen. Außerdem kann eine Coronavirus-Infektion bei COPD-Patientinnen und -Patienten das Thromboserisiko erhöhen.

Corona-Risiko senken – für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen

Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen können ihr Corona-Risiko verringern, indem sie aktiv mit ihrem behandelnden Arzt bzw. ihrer behandelnden Ärztin zusammenarbeiten und empfohlene Schutzmaßnahmen berücksichtigen.

  • Für Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwegsorgane ist es besonders wichtig, eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite Corona vorbeugen.
  • Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie z. B. COPD wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung empfohlen.
Mann wandert in herbstlicher Hügellandschaft und hält inne, um tief durchzuatmen. Menschen, die zu einer Corona-Risikogruppe wie chronischen Atemwegserkrankungen gehören, wird eine Corona-Schutzimpfung empfohlen, um schweren Corona-Krankheitsverläufen vorzubeugen.

Corona-Schutzimpfung bei chronischen Atemwegserkrankungen

Um das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen zu verringern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine jährliche Corona-Schutzimpfung für alle Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane wie z. B. COPD – unabhängig davon, ob weitere Risikofaktoren vorliegen.

 

Die Impfung sollte mit einem an die aktuelle Virusvariante angepassten Impfstoff erfolgen – idealerweise ab Spätsommer/Frühherbst. Auch vor Reisen kann es sinnvoll sein, den Impfschutz zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen.


Häufige Fragen zum Corona-Risiko bei chronischen Atemwegserkrankungen

Chronische Atemwegserkrankungen können die Lungenfunktion beeinträchtigen und damit die Fähigkeit des Körpers einschränken, ausreichend Sauerstoff aufzunehmen. Dadurch kann eine Infektion mit dem Coronavirus schwerer verlaufen. Bei einigen Erkrankungen wie COPD kann zudem die Anfälligkeit für Infektionen erhöht sein, was das Risiko für einen schweren Corona-Krankheitsverlauf zusätzlich steigern kann.

 

Chronische Lungenerkrankungen werden mit einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe in Verbindung gebracht. Zu den chronischen Atemwegserkrankungen zählen unter anderem:

  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Chronisch obstruktive Bronchitis
  • Lungenemphysem
  • Lungenfibrose
  • Bronchiektasen
  • Mukoviszidose

Die hier aufgeführten Erkrankungen sind Beispiele für chronische Atemwegserkrankungen. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nicht für alle genannten Erkrankungen liegen spezifische Daten zum Corona-Risiko vor. Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über Ihr individuelles Corona-Risiko.

Ein erhöhtes Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe besteht insbesondere bei chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD, Lungenfibrose oder interstitiellen Lungenerkrankungen. Nicht alle Atemwegserkrankungen sind jedoch gleichermaßen betroffen: Bei gut eingestelltem Asthma ist das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe in der Regel nicht erhöht.

 

Bei bestehenden Atemwegserkrankungen kann eine Coronavirus-Infektion sowohl akute als auch langfristige Beschwerden verursachen. Dazu gehören schwerere Corona-Krankheitsverläufe sowie anhaltende Symptome wie Atemnot, eingeschränkte Lungenfunktion oder Veränderungen des Lungengewebes. Solche Beschwerden können im Rahmen von Long COVID über längere Zeit bestehen bleiben.

Weitere Informationen zu Long COVID finden Sie hier

 

Das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe kann weiter steigen, wenn zusätzliche Risikofaktoren vorliegen. Dazu zählen insbesondere weitere chronische Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes mellitus), das Stadium der Atemwegserkrankungen sowie der allgemeine Gesundheitszustand.

 

Corona-Schutzimpfungen können das Risiko für schwere Corona-Krankheitsverläufe und mögliche Langzeitfolgen wie Long COVID verringern. Für Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie z. B. COPD wird eine jährliche Corona-Schutzimpfung mit einem an die aktuellen Virusvarianten angepassten Impfstoff empfohlen. 

Weitere Informationen zur Corona-Schutzimpfung finden Sie hier

 

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Eine persönliche Beratung zum individuellen Corona-Risiko und zu empfohlenen Schutzimpfungen ist jederzeit möglich, insbesondere ab Spätsommer/Frühherbst. Impfberatung und Corona-Schutzimpfungen werden von Hausärztinnen und Hausärzten sowie über 1.600 Apotheken angeboten. Termine können online über Doctolib oder ApoGuide vereinbart werden.

So finden Sie Ihren Termin in nur 3 einfachen Schritten

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Medizinisch geprüft am 15.08.2026

Quellen